Der Chef als gelassene Geisel: Mehr als 24 Stunden lang hielten die Angestellten der französischen Filiale des US-Konzerns 3M aus Protest gegen geplante Werksschließungen ihren Direktor fest – und der fand das ganz normal. [...]
»Es war, als wären wir unter die Wegelagerer gefallen«
Polizei schikanierte die Insassen von zwei ver.di-Bussen, die auf dem Weg zur Demonstration in Frankfurt/Main waren. Ein Gespräch mit Simon Ernst
Interview: Peter Wolter
Simon Ernst ist Vorstandsmitglied der ver.di-Jugend NRW-Süd
Sie und andere Mitglieder der ver.di-Jugend sind am Samstag auf dem Weg zur Demonstration nach Frankfurt/Main von der Polizei aufgehalten worden. Warum?
Wir wollten von Bonn aus mit zwei Reisebussen zu der Demonstration »Wir zahlen nicht für eure Krise« fahren. Kurz vor dem Demo-Treffpunkt an der Bockenheimer Warte wurden wir in einem Villenviertel von einer Hundertschaft Polizei angehalten – die Beamten waren mit Dienstpistolen und Schlagstöcken bewaffnet und trugen gepanzerte grüne Schutzkleidung sowie Helme.
Warum wurden Sie denn gestoppt?
Es gab überhaupt keinen Anlaß dazu – wir saßen einfach nur im Bus und wollten unser grundgesetzlich verbrieftes Demonstrationsrecht wahrnehmen.
Vielleicht hat sich die Polizei durch rote Fahnen oder Plakate mit umstürzlerischen Parolen provoziert gefühlt?
Fahnen gab es überhaupt nicht. An einem der Busfenster hatten wir von innen ein Plakat mit dem offiziellen Aufruf zur Demonstration angeklebt. Jedenfalls wurden wir angehalten, woraufhin gleich 30 Polizisten die Eingangstür belagerten.
Wie haben die Beamten das Stoppen der Busse begründet?
Einer von ihnen stieg bei uns ein – er hatte es weder nötig, sich vorzustellen noch zu erklären, was diese Aktion bedeuten sollte. Ich bekam nicht einmal eine Antwort, als ich fragte, warum wir kontrolliert werden – statt dessen stürzten sich auf seinen Befehl hin zwei Beamte auf mich und zerrten mich aus dem Bus heraus.
Der »Freund und Helfer« hat sich also gar nicht erst auf eine Erklärung eingelassen, sondern gleich körperliche Gewalt angeordnet?
So war es – er wollte weder seinen Namen nennen, noch offenbaren, wer für diese Aktion verantwortlich ist. Später erfuhren wir, daß er Lauke heißt und Hauptkommissar ist.
Das klingt nicht gerade nach rechtsstaatlichem Vorgehen.
Nach meinem Verständnis und dem meiner Kollegen war das ein offener Rechtsbruch. Read the rest of this entry ?
Ich war letzte Woche als Gast in ner Vorlesung an der Saarbrücker Uni. Prof. Dr. Christian Scholz hatte hierzu Thomas Sattelberger (Personalvorstand Deutsche Telekom AG) eingeladen. Nicht nur, dass in dem Vortrag die Radikalität dieses Mannes zum Vorschein kam. Nein man konnte, als Mensch der sich mit dem Konzern Telekom intensiv auseinandergesetzt hat, sehen dass dieser Mann jede Menge Dinge predigt, die er in der Praxis gar nicht umsetzt.
Mich hat es gefreut, dass die Studenten von Prof. Scholz so kritisch mit Sattelberger ins Gespräch gingen. "Herr Sattelberger, wie können Sie es vertreten, dass Sie die Gehälter von 50.000.- Menschen absenken und gleichzeitig ihre Vorstandsgehälter dermaßen erhöhen? " – Und das hat in meinen Augen gar nichts mit einer Neiddebatte zu tun! Das hat was mit Anstand und Moral zu tun!
Besonders gut haben mir auch ein Student gefallen, der unter dem Personalabbauprogramm der Telekom aus dem Konzern gekegelt wurde und nun studiert.
Auf seinem Blog schreibt Prof. Scholz unter anderem über die Arbeit von Sattelberger (Telekom) und Fleig (Daimler Chrysler) und des DGBs.
Was haben der Arbeitsminister Müntefering und die Personalvorstände Sattelberger und Fleig gemeinsam? Nun, vielleicht werden diese drei Personen einmal in der Historie der deutschen Arbeitswelt als diejenigen eingehen, die dafür gesorgt haben, dass in Deutschland die Gewerkschaften dauerhaft in der absoluten Bedeutungslosigkeit versunken sind. Natürlich ist es noch nicht so weit und natürlich kann es vollkommen anders kommen – aber der Reiseführer durch die Arbeitswelt wäre unvollständig, würde er nicht zumindest auf die schwachen Signale eingehen.
Kaum war BenQ-Siemens vergessen, erlebten wir die elegante Form, in der sich DaimlerChrysler der ungeliebten Chrysler-Tochter entledigte. Und jetzt tritt die Deutsche Telekom auf den Plan und „verlagert" 50.000 Mitarbeiter.
Egal wie man es dreht und wendet: Die Marktradikalität hat sich durchgesetzt! Die Gewerkschaften konnten streiten und streiken wie sie wollten, am Ende hatte sich der Personalvorstand Thomas Sattelberger durchgesetzt und ver.di in die Bedeutungslosigkeit demontiert – nicht ganz so geräuschlos wie sein Kollege Günther Fleig bei DaimlerChrysler, aber immerhin. Read the rest of this entry ?
Nicht genug, dass man die eigenen Mitarbeiter, Manager und Presse ausspioniert. Jetzt wurde auch konkret bekannt, dass der DGB-Vorsitzende Michael Sommer und Bundesfachbereichsleiter von ver.di Lothar Schröder ausspioniert werden. Mit Lothar Schröder also nicht nur der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende sondern auch der politisch verantwortliche in Sachen Arbeitskampf und einer der Verhandlungsführer bei Tarifrunden.
Hier wurde konkret mehrmals gegen das Grundgesetz verstoßen – mal sehen was dabei rauskommt…
Und noch immer ist die Spitzelaffäre der Deutschen Telekom nicht vollständig aufgedeckt: Neben Arbeitnehmervertretern der Telekom sind auch die Telefondaten von DGB-Chef Michael Sommer aufgezeichnet und ausgewertet worden.
Sommer selbst sagte der Financial Times Deutschland, dass Telekom-Chef Obermann ihn darüber informiert habe, dass seine Verbindungsdaten durchleuchtet worden seien. Die Deutsche Telekom bestätigte am Dienstag in Bonn, dass die Telefondaten von „mehreren Aufsichtsräten“ der Arbeitnehmerseite ausgewertet worden sind. Neben DGB-Chef Michael Sommer gehöre auch Lothar Schröder, Vizechef des Telekom-Aufsichtsrates, zu den Betroffenen. Schröder und Sommer hatten mit elf weiteren aktiven und ehemaligen Arbeitnehmervertretern aus dem Aufsichtsrat des Telekom-Konzerns Ende Mai Strafanzeige gestellt, um als Prozessbeteiligte Einblick in die Akten zu bekommen.
Mittlerweile ist die SPD soweit, dass sie vor lauter Angst vor der Linken schon um die FDP wirbt. Während man (ausgenommen von der Außenpolitik) fast ausschließlich Schnittpunkte mit der Linken hat, kann Münte sich eine Koalition mit der FDP gut vorstellen. Schnittmengen: Fast keine!
Wie auch? Die eine vertritt die Interessen mittelständiger Unternehmen und die anderen angeblich für den kleinen Mann.
Geht die SPD eine Koalition mit der FDP ein, so wird sie unwählbar, dann ist das Mindestlohngelabere nämlich völlige Parteipropaganda. Ich persönlich glaube ja, dass das Thema nur deshalb bei der SPD auf dem Programm steht, dass die Linke nicht noch mehr Wählerstimmen abnimmt und weil man es mit dem Koalitionspartner CDU sowieso nicht hinbekommt.
Die SPD ist ein feiger Scheißhaufen geworden. Sonntags könnt ich kotzen!
Hab ich grad gefunden und dacht ich stell das mal hier ein…
Wo kommen die Gewinne her Text und Musik: Jane Zahn
Wo kommen die Gewinne her, wer hat sie wohl
gemacht?
Vielleicht der fleißige Milliardär, der heckt
sie über Nacht?
Ist es vielleicht die Kanzlerin, der
Reichstag zu Berlin?
Wer bringt den Herren den Gewinn, und wo, wo
find‘ ich ihn?
Refrain: Das ist der Arbeiter am Fließband,
das ist der Bergmann tief im Schacht,
das ist die Packerin im Kaufhaus,
die den Herren die Gewinne macht. Read the rest of this entry ?
Jetzt ist das offiziell was wir alle eigentlich schon lange wissen. Und während die ausländischen Arbeitsmarktexperten mit Schrecken nach Deutschland sehen (nicht einmal in England sind solche Hungerlöhne zulässig), schreien die CDU/CSU-Mittelstandsexperten das Voranschreiten der Mindestlöhne müsse gestoppt werden.
Jeder, der einen Mindestlohn blockiert hat in Gänze die Humanität verloren und gehört von einer Führungsposition abgezogen. Lobbyismus ist okay, aber nicht auf Schultern, derer, die sich so oder so schon kaputtschuften für „n Appl und n Ei“
Die Forderung von Prof. Dr. Haller Studiengebühren zurückzuzahlen zeigt die Sinnlosigkeit von Studiengebühren
ver.di-Jugend fordert Abschaffung von Studiengebühren
Saarbrücken. Die ver.di Jugend Saar spricht sich erneut gegen Studiengebühren in jeglicher Form aus. „Das, was die Studierenden an Mehrwert haben, wiegt in keinem Falle die negativen Begleiterscheinungen von Studiengebühren auf“, so Daniel Koster, Mitglied im Vorstand der ver.di-Jugend Saar. Studierende müssten sich mit teuren Krediten hoch verschulden, viele junge Leute schreckten vor einem Studium zurück und zögen eine betriebliche Ausbildung vor.
„Das bringt neue Probleme mit sich: Die AbiturientInnen verdrängen Jugendliche mit anderen Schulabschlüssen von den Ausbildungsplätzen“, ergänzt Mike Kirsch, Vorsitzender der ver.di-Jugend Saar. Während zwischen 2002 und 2006 die Zahl der AbiturientInnen im Saarland um 900 gestiegen ist, ist die Zahl der Erstsemester fast gleich geblieben, 2007 im Vergleich zum Vorjahr mit 3% sogar bundesweit am stärksten gefallen. Die Arbeitsämter realisieren mehr junge Menschen mit Abitur, die eine betriebliche Ausbildung anstreben. Deshalb sieht Koster sogar den Hochschulpakt gefährdet. Von bundesweit 13.000 zusätzlichen Studienplätzen konnten erst 2.500 besetzt werden.
„Die Behauptung, die Studiengebühren dürften laut Gesetz nicht zurückgezahlt werden, entbehrt jeder Grundlage“, führt Koster fort. „Selbst der Justiziar der Universität hat die Möglichkeit zur Rückzahlung eingeräumt. Es ist in keinem Gesetz verboten.” Die Universität sei chronisch unterfinanziert, jedoch könne Linneweber dies der Landesregierung nur schwer klar machen. Studiengebühren müssten heute schon für den üblichen Universitätsbetrieb herhalten.
Die ver.di-Jugend Saar fordert die Landesregierung auf, schleunigst die Studiengebühren abzuschaffen und so den freien Zugang zur Universität wiederherzustellen, insbesondere vor dem Hintergrund des besonders von der Wirtschaft beklagten Fachkräftemangels. Spätestens bei den Landtagswahlen würden die Studiengebühren eines der bestimmenden Themen sein, wem die Wahlberechtigten ihre Stimme geben.
V.i.S.d.P.: Bernd Oleynik, Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, Landesbezirk Saar, St. Johanner Straße 49, 66111 Saarbrücken, ( 0681/98849-180, Handy-Nr.: 0170/3365616, E-Mail: bernd.oleynik@verdi.de