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Tankstellenboykott – Was soll das denn?

April 26, 2008

Gestern erreichte mich eine E-Mail mit einer PowerPoint-Präsentation:

benzinpreis1

Dazu hab ich mir mal fünf Minuten Zeit genommen und hab mir die Infos aus Wikipedia gezogen und zurückgemailt:

Hallo Leute,

Da frag ich mich welchen kriminellen Konzern ich unterstützen will… Und frage mich, was mir wichtiger ist: ein Menschenleben oder der Spritpreis… Wer etwas an diesen Zuständen ändern will, der muss etwas am System ändern. Viel Schlimmer find ich, dass ich teilweise fürs Austreten mehr zahlen muss, als andere in der Stunde verdienen…

Esso

  • Dann finanzier ich damit Bürgerkriege und den damit verbundenen Waffenhandel, sowie die Zerstörung der Lebensgrundlagen in Ölfördergebieten (Quelle Schwarzbuch Markenfirmen)
  • Nach Ansicht von Greenpeace missbraucht ExxonMobil seine geballte Wirtschaftsmacht gegen den Klimaschutz, Umweltinteressen und Menschenrechte. Sie werfen dem Ölkonzern vor, den internationalen Klimaschutz massiv zu behindern, was u. a. von der Union of Concerned Scientists (UCS), ein Wissenschaftsverband mit 200.000 Mitgliedern in den USA, bestätigt wird.

Total

  • Für den Bau einer Gaspipeline von Myanmar (früher Birma) nach Thailand durch Total und Unocal (Yadana-Projekt) sollen, um die Pipeline vor Überfällen zu schützen, die Dörfer in diesem Gebiet weiträumig zerstört und die Bevölkerung umgesiedelt worden sein.[1] Die belegten Fälle von Zwangsarbeit, Vertreibung und Mord führten zu einem Prozeß gegen Total in den USA. Der Dokumentarfilm darüber, Total Denial zeigt die Hintergründe.

Shell

  • Shell geriet 1995 in die Kritik, als es die Erdölplattform „Brent Spar“ im Atlantik versenken wollte. Kritiker wie Greenpeace befürchteten schwere Umweltschäden, da die Plattform massiv mit gefährlichen Giftstoffen belastet gewesen sein sollte. Zahlreiche Organisationen riefen 1995 sogar zu einem Boykott gegen Shell auf. Aufgrund des großen öffentlichen Drucks ließ Shell von seinen Plänen ab und entschloss sich, die Brent Spar an Land zu demontieren. Allerdings zeigten unabhängige Untersuchungen, dass die Greenpeace-Informationen über die Kontamination der Ölplattform größtenteils falsch waren. Greenpeace wurde wegen der falschen Angaben massiv kritisiert. Selbst tendenziell wohlmeinende Journalisten wie der NDR-Journalist Christoph Lütgert sprachen nach der Brent-Spar-Kampagne vom „Greenpeace-Debakel“.
  • In den 50er Jahren begann Shell in Nigeria im Lebensraum des Volkes der Ogoni gegen deren Willen mit der Ölförderung. Durch die daraus resultierte massive Umweltverschmutzung wurden die Ogoni ihrer Lebensgrundlage beraubt, was zu Tausenden von Toten führte. Der renommierte Ogoni-Schriftsteller Ken Saro-Wiwa schrieb das Buch „Flammen der Hölle“ (Anspielung auf das Abfackeln von Erdgas), in dem er die Schandtaten des Ölkonzerns öffentlich machen wollte und gründete die MOSOP (Movement for the Survival of the Ogoni People). 1995 wurden Saro-Wiwa und acht weitere MOSOP-Führer in einem offensichtlichen Scheinprozess zum Tode verurteilt und hingerichtet. Weder zahlreiche Appelle und Proteste von Menschenrechtsorganisationen, Staats- und Regierungschefs anderer Länder, stille Diplomatie von Shell sowie von internationalen Organisationen wie der EU, der UNO oder der Organisation Afrikanischer Staaten konnten die nigerianische Regierung zu einer Begnadigung der Ogoni bewegen. Shell nutzte seinen Internationalen Einfluss dazu, dass das Buch „Flammen der Hölle“ (Rowohlt Verlag, ISBN 3-499-13970-7) nicht mehr erhältlich ist.
  • Neuen Aufschluss über die katastrophale Situation der Menschen im Ölland Nigeria gibt die englische Ausgabe von „National Geographics“ vom Februar 2007. Trotz eines Verbotes durch den Federal High Court of Nigeria 2005 wurden 2006 noch über 3,5 Mill Tonnen Kohlenwasserstoffe, vor allem Erdgas, von der SPDC Tag und Nacht abgefackelt. Die Möglichkeit einer Einhaltung des gesetzlichen Verbotes ab 2008 wurde von Shell bisher nicht bestätigt, das Gesetz angefochten. [15] Für diese Gesamtleistung erhielt Shell 2005 den „Public Eye Award„.
  • Rapider Bevölkerungszuwachs, innenpolitische Probleme und ethnische Konflikte sowie soziale und wirtschaftliche Nöte verursachen weiter Unruhen in den Ölfördergebieten. Wesentlicher Streitpunkt ist die gerechte Verteilung der Öleinnahmen durch die nigerianische Zentralregierung und die Verwendung der Gelder in den Regionen und auf lokalen Ebenen [16].
  • In Irland plant Shell (in Kooperation mit Statoil und Marathon) gegen den Willen der örtlichen Bevölkerung die Errichtung einer an Land gebauten Raffinerie für Erdgas aus dem Atlantik. Die Bewohner der abgelegenen Gegend befürchten die Zerstörung ihrer Umwelt und ihrer Lebensgrundlagen. Eine Gruppe führt unter dem Namen Shell to sea (englisch) den Widerstand gegen das Projekt. Im Mai 2007 wurde dem Anwohner und Aktivisten Willie Corduff für seinen Einsatz der Goldman Environmental Prize verliehen.
  • Im Süden von Köln plant Shell seine beiden Raffinerien in Köln-Godorf und im benachbarten Wesseling durch eine Pipeline miteinander zu verbinden. Verschiedene Trassen stehen zur Auswahl, doch Shell befürwortet diejenige, die zweimal unter dem Rhein geführt werden muss und anschließend ein Naturschutzgebiet nach FFH-Richtlinien (Flora-Fauna-Habitat), einen gerade erst geschaffenen Retentionsraum gegen Hochwasser und durch den Hochwasserdamm führt. Anwohner und Politik fürchten massive Auswirkungen auf die Umwelt. Derzeit prüft die Bezirksregierung in einem Raumordnungsverfahren die Auswirkungen des Pipelinebaus.

BP (BP, Castrol, ARAL)

  • Ende Oktober 2007 verhängte das US-amerikanische Justizministerium eine Strafe in Höhe von insgesamt 373 Millionen US-Dollar, davon 50 Millionen im Zusammenhang mit der Explosion in Texas und 303 Millionen wegen Preismanipulationen auf dem Propangasmarkt. Es war die bisher höchste Strafe, die gegen einen Konzern in den USA wegen Verletzung des Clean Air Act je verhängt wurde. Weiterhin verstieß der Konzern gegen den Clean Water Act im Zusammenhang mit Umweltsünden im US-Bundesstaat Alaska und erklärte sich bereit, mehrere Millionen Dollar Ausgleich zu zahlen.

Die Tankstellen leben von Preisabsprachen, da wird auch eine solche Aktion nichts bringen. Im Tankstellensektor gibt es effektiv keinen Wettbewerb, nur Preisabsprachen.

Also überlegt euch ob ihr diese Aktion unterstützen wollt, oder wirklich etwas in Gänze ändern wollt. Aber ich schätze die Mails werden sowieso ungelesen im virtuellen Papierkorb landen 😉

Wünsch euch noch ein schönes Wochenende 😉

Ich finds ja prima, dass man langsam aufwacht und merkt, dass es so nicht weitergehen kann, aber ein einfaches Boykott wird das Problem nicht lösen – und schon gar nicht in Gänze. Schließlich ist nicht irgendein Ölkonzern das Problem, sondern der Kapitalismus an sich.

Quelle der Informationen: http://wikipedia.org

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2 Kommentare

  1. also so an sich ist es eine schöne geschichte, fragt sich nur wo den Müll her hast???

    weil die ersten Sätze, sind totaler Müll.

    Und an den Absender der Mail kannst ne Mail zurück schicken, dass was er durch diese PP-Präsentation macht ist Rufschädigung und dafür kann er ordentlich verklagt werden.

    Ich arbeite in einer Rohöl Raffinerie und ich weiß wie sich die Benzinpreise zusammen setzten. Einige von euch können zwar imemr sagen, die Ölkonzerne sind schuld, die schlagend a doch imemr Gewinn drauf wo es geht. Bleibt in dem glauben, den euch die Medien erzählen. Bloß man sollte eine Sache immer aus 2 Perspektiven sehen und nicht nur aus eienr, die man aus irgendeiner Zeitung hat bzw. aus dem fernseher.

    Geht auf die Straßen, Streik, aber lasst eure frust nicht an den falschen aus, wer nämlich gegen die Ölpreise streiken will, sollte gegen Vater Staat streiken, der Benzin preis liegt zur Zeit bei 1,529€ (kenn den Preis nicht so genau, da ich kein auto benötige), von diesen 1,529€ bekommt der Staat!!! ca. 1,10€. also denk nach, wer wissen möchte wie sich der Spritpreis zusammensetzt kann gerne nachfragen 😉


  2. Kennst du diesen Deppen Staat? Von mir aus könnte der auch 1,50.- daran verdienen, das Geld fließt ja zurück in Schulen, Straßenbau, Rentenfinanzierung etc. – sollte es zumindest…

    Und ich hab ja bereits geschrieben, dass ich von dem ganzen Boykott nichts halte. Sich aber hinzustellen und zu sagen, dass der arme Ölkonzern da nichts zu kann, ist schon scheinheilig – meinste nicht auch? 😉



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