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Jetzt will Bush in Naturschutzgebieten bohren

Juni 18, 2008

Der Ölpreis steigt, die Ressourcen werden knapp – was tun?

Der in 215 Tagen scheidende Präsident der Vereinigten Staaten sieht dafür laut spon nur eine Lösung: In Naturschutzgebieten nach Öl suchen. Der Vorschlag ist nicht neu und stößt schon seit Jahren auf Widerstand. Doch der „Leidensdruck“ durch steigende Preise bei den Verbrauchern, wird vermutlich auch die Akzeptanz unsere Natur zu zerstören wachsen lassen.

Umweltschützer laufen seit Jahren Sturm gegen dieses Vorhaben. Das Naturschutzgebiet Arctic National Wildlife Refuge (ANWR) liegt in einer Küstenebene und ist Lebensraum für Millionen Zugvögel, Karibus und andere Tiere. Fachleute bezeichnen das Gebiet als „Serengeti Nordamerikas“.

Mit der Erschließung neuer Ölfelder hofft Bush offenbar, das Angebot zu erhöhen, was die Benzinpreise tendenziell drücken dürfte. Die geplante Aktion ist offenbar eine Antwort auf schlechte Meinungsumfragen. Weniger als ein Viertel der US-Bürger sind der Ansicht, dass Präsident Bush seine Arbeit gut mache. Dies sind die schlechtesten Werte in Bushs beiden Amtszeiten, teilte das Meinungsforschungsinstitut Harris mit.

Bei einer Befragung von 1001 US-Bürgern von Anfang Juni gaben nur 24 Prozent ihrem Präsidenten gute Noten. Zugleich gaben 80 Prozent der Befragten an, dass sich ihr Land auf dem falschen Weg befinde. Im April waren 75 Prozent der Befragten dieser Ansicht gewesen. Laut der Agentur erhielt nur US-Präsident Jimmy Carter schlechtere Umfragewerte als der Amtsinhaber, mit 22 Prozent im Juli 1980.

„Offenkundig sind die Wirtschaft und die Rekordpreise für Benzin ein großer Teil des Problems“, teilte Harris mit. Auf die Frage, welches für sie das drängendste Problem sei, nannten 38 Prozent der Befragten die Wirtschaft, 25 Prozent den Krieg und 20 Prozent die Benzinpreise. Noch schlechtere Noten als Bush erhielt sein Stellvertreter Dick Cheney. Ihm bescheinigten nur 18 Prozent der Befragten gute Arbeit.

Neben Bush befürwortet auch der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain neue Bohrungen vor der Küste. Er forderte die Regierung auf, das seit 27 Jahren geltende Moratorium aufzuheben. Der demokratische Konkurrent Barack Obama hingegen warf McCain politische Stimmungsmache vor. Ein Ende des Bohrverbots werde am hohen Ölpreis nichts ändern, dafür aber der Natur schaden.

Ob Bush tatsächlich vor der Küste nach Öl bohren kann, ist denn auch fraglich. Im Kongress widersetzen sich die oppositionellen Demokraten den Plänen. Das Verbot gilt für über 80 Prozent der Gewässer in der äußeren Kontinentalplatte und bezieht sich auf die West- und die Ostküste der USA.

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