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5.- Stundenlohn sind sittenwidrig!

Juli 6, 2008

Eben bei anfy gelesen…

Wie arbeitsrecht.de berichtet ist eine Vergütung von 5 Euro, die eine Arbeitnehmerin für Auspack-, Einräum- und Kontrollarbeiten in einem Einzelhandelsunternehmen bekam, sittenwidrig. Natürlich wurde der Lohntarifvertrag als Bemessungsgrundlage herangezogen und eine Mindestvergütung von 9,70 Euro festgestellt.

Dem Urteil würde ich gern mehr Bedeutung beimessen, als ihm gebührt – stellt es doch fest, das ein Stundenlohn von 5 Euro inakzeptabel ist. Warum sich die Politik noch immer gegen einen pauschalen Mindestlohn sträubt ist eigentlich nur dadurch zu erklären, dass die Damen und Herren Politiker von der Ausbeutung der Arbeitnehmer partizipieren. So muss jeder ausgebeutete Bürger selbst den Gang vors Gericht wagen, was für die finanziell schwächste, weil sittenwidrig bezahlte, Gruppe der Arbeitnehmer völlig unakzeptabel ist.

Auch wenn “einfach” selten ins Repertoire der Gesetzgeber gehört, währe ein akzeptabler Mindestlohn für ALLE Berufsgruppen der einzig gangbare Weg gegen die Ausbeutung. Das derzeitig beschlossene Modell, dass unter Berücksichtigung von Tarifverträgen und von Gewerkschaften leidet, ist im Grunde eine Luftnummer, weil der Mindestlohn auch hier erst wieder erstritten werden will und viele Berufsgruppen sowie Aushilfsarbeiter davon ausgeschlossen sind.

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One comment

  1. So pauschal ist die Aussage „5,- Stundenlohn sind sittenwidrig“ falsch und eben doch richtig.
    Falsch ist die Aussage, weil das Gericht klar machte, dass dieser Stundenlohn deshalb als sittenwidrig anzusehen ist, weil er den geltenden Tarifvertrag um mehr als ein Drittel unterschreitet. Demnach wäre ein Stundenlohn von einem Euro gerade noch so den Sitten gemäß, wenn ein Tarifvertrag einen Stundenlohn von 1,50 vorsieht.
    Richtig ist die obige Aussage natürlich deshalb, weil man von 5,- pro Stunde nicht leben kann. Und es sollte den Arbeitgebern und vor Allem den Politikern endlich mal klar werden welchen Schaden sie anrichten, wenn sie Löhne zahlen/zulassen, von denen ein Mensch, geschweige denn eine Familie nicht leben kann. So etwas nenne ich asozial.



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