Posts Tagged ‘verdi’

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Polizei überfällt Demobus!

April 7, 2009

»Es war, als wären wir unter die Wegelagerer gefallen«

Polizei schikanierte die Insassen von zwei ver.di-Bussen, die auf dem Weg zur Demonstration in Frankfurt/Main waren. Ein Gespräch mit Simon Ernst
Interview: Peter Wolter

Simon Ernst ist Vorstandsmitglied der ver.di-Jugend NRW-Süd

Sie und andere Mitglieder der ver.di-Jugend sind am Samstag auf dem Weg zur Demonstration nach Frankfurt/Main von der Polizei aufgehalten worden. Warum?
Wir wollten von Bonn aus mit zwei Reisebussen zu der Demonstration »Wir zahlen nicht für eure Krise« fahren. Kurz vor dem Demo-Treffpunkt an der Bockenheimer Warte wurden wir in einem Villenviertel von einer Hundertschaft Polizei angehalten – die Beamten waren mit Dienstpistolen und Schlagstöcken bewaffnet und trugen gepanzerte grüne Schutzkleidung sowie Helme.

Warum wurden Sie denn gestoppt?
Es gab überhaupt keinen Anlaß dazu – wir saßen einfach nur im Bus und wollten unser grundgesetzlich verbrieftes Demonstrationsrecht wahrnehmen.

Vielleicht hat sich die Polizei durch rote Fahnen oder Plakate mit umstürzlerischen Parolen provoziert gefühlt?
Fahnen gab es überhaupt nicht. An einem der Busfenster hatten wir von innen ein Plakat mit dem offiziellen Aufruf zur Demonstration angeklebt. Jedenfalls wurden wir angehalten, woraufhin gleich 30 Polizisten die Eingangstür belagerten.

Wie haben die Beamten das Stoppen der Busse begründet?
Einer von ihnen stieg bei uns ein – er hatte es weder nötig, sich vorzustellen noch zu erklären, was diese Aktion bedeuten sollte. Ich bekam nicht einmal eine Antwort, als ich fragte, warum wir kontrolliert werden – statt dessen stürzten sich auf seinen Befehl hin zwei Beamte auf mich und zerrten mich aus dem Bus heraus.

Der »Freund und Helfer« hat sich also gar nicht erst auf eine Erklärung eingelassen, sondern gleich körperliche Gewalt angeordnet?
So war es – er wollte weder seinen Namen nennen, noch offenbaren, wer für diese Aktion verantwortlich ist. Später erfuhren wir, daß er Lauke heißt und Hauptkommissar ist.

Das klingt nicht gerade nach rechtsstaatlichem Vorgehen.
Nach meinem Verständnis und dem meiner Kollegen war das ein offener Rechtsbruch. Read the rest of this entry ?

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Deutschland als gewerkschaftsfreie Zone?

Februar 1, 2009

Ich war letzte Woche als Gast in ner Vorlesung an der Saarbrücker Uni. Prof. Dr. Christian Scholz hatte hierzu Thomas Sattelberger (Personalvorstand Deutsche Telekom AG) eingeladen. Nicht nur, dass in dem Vortrag die Radikalität dieses Mannes zum Vorschein kam. Nein man konnte, als Mensch der sich mit dem Konzern Telekom intensiv auseinandergesetzt hat, sehen dass dieser Mann jede Menge Dinge predigt, die er in der Praxis gar nicht umsetzt.

Mich hat es gefreut, dass die Studenten von Prof. Scholz so kritisch mit Sattelberger ins Gespräch gingen. "Herr Sattelberger, wie können Sie es vertreten, dass Sie die Gehälter von 50.000.- Menschen absenken und gleichzeitig ihre Vorstandsgehälter dermaßen erhöhen? " – Und das hat in meinen Augen gar nichts mit einer Neiddebatte zu tun! Das hat was mit Anstand und Moral zu tun!

Besonders gut haben mir auch ein Student gefallen, der unter dem Personalabbauprogramm der Telekom aus dem Konzern gekegelt wurde und nun studiert.

Auf seinem Blog schreibt Prof. Scholz unter anderem über die Arbeit von Sattelberger (Telekom) und Fleig (Daimler Chrysler) und des DGBs.

Was haben der Arbeitsminister Müntefering und die Personalvorstände Sattelberger und Fleig gemeinsam? Nun, vielleicht werden diese drei Personen einmal in der Historie der deutschen Arbeitswelt als diejenigen eingehen, die dafür gesorgt haben, dass in Deutschland die Gewerkschaften dauerhaft in der absoluten Bedeutungslosigkeit versunken sind. Natürlich ist es noch nicht so weit und natürlich kann es vollkommen anders kommen – aber der Reiseführer durch die Arbeitswelt wäre unvollständig, würde er nicht zumindest auf die schwachen Signale eingehen.

Kaum war BenQ-Siemens vergessen, erlebten wir die elegante Form, in der sich DaimlerChrysler der ungeliebten Chrysler-Tochter entledigte. Und jetzt tritt die Deutsche Telekom auf den Plan und „verlagert" 50.000 Mitarbeiter.

Egal wie man es dreht und wendet: Die Marktradikalität hat sich durchgesetzt! Die Gewerkschaften konnten streiten und streiken wie sie wollten, am Ende hatte sich der Personalvorstand Thomas Sattelberger durchgesetzt und ver.di in die Bedeutungslosigkeit demontiert – nicht ganz so geräuschlos wie sein Kollege Günther Fleig bei DaimlerChrysler, aber immerhin. Read the rest of this entry ?

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Telekom hat Gewerkschafter ausspioniert

September 25, 2008

Nicht genug, dass man die eigenen Mitarbeiter, Manager und Presse ausspioniert. Jetzt wurde auch konkret bekannt, dass der DGB-Vorsitzende Michael Sommer und Bundesfachbereichsleiter von ver.di Lothar Schröder ausspioniert werden. Mit Lothar Schröder also nicht nur der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende sondern auch der politisch verantwortliche in Sachen Arbeitskampf und einer der Verhandlungsführer bei Tarifrunden.

Hier wurde konkret mehrmals gegen das Grundgesetz verstoßen – mal sehen was dabei rauskommt…

Und noch immer ist die Spitzelaffäre der Deutschen Telekom nicht vollständig aufgedeckt: Neben Arbeitnehmervertretern der Telekom sind auch die Telefondaten von DGB-Chef Michael Sommer aufgezeichnet und ausgewertet worden.

Sommer selbst sagte der Financial Times Deutschland, dass Telekom-Chef Obermann ihn darüber informiert habe, dass seine Verbindungsdaten durchleuchtet worden seien. Die Deutsche Telekom bestätigte am Dienstag in Bonn, dass die Telefondaten von „mehreren Aufsichtsräten“ der Arbeitnehmerseite ausgewertet worden sind. Neben DGB-Chef Michael Sommer gehöre auch Lothar Schröder, Vizechef des Telekom-Aufsichtsrates, zu den Betroffenen. Schröder und Sommer hatten mit elf weiteren aktiven und ehemaligen Arbeitnehmervertretern aus dem Aufsichtsrat des Telekom-Konzerns Ende Mai Strafanzeige gestellt, um als Prozessbeteiligte Einblick in die Akten zu bekommen.

Quelle: taz

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Das bedingungslose Grundeinkommen

September 17, 2008

Hab das Video von einem Kollegen bekommen und fanden es beide als postenswert (cooles Wort ;-)).

Danke an Pascal!

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Studiengebühren nur eine Sache der Ideologie

August 24, 2008

Die Forderung von Prof. Dr. Haller Studiengebühren zurückzuzahlen zeigt die Sinnlo­sigkeit von Studiengebühren

ver.di-Jugend fordert Abschaffung von Studiengebühren

Saarbrücken. Die ver.di Jugend Saar spricht sich erneut gegen Studiengebühren in jeglicher Form aus. „Das, was die Studierenden an Mehrwert haben, wiegt in keinem Falle die negati­ven Begleiterscheinungen von Studiengebühren auf“, so Daniel Koster, Mitglied im Vorstand der ver.di-Jugend Saar. Studierende müssten sich mit teuren Krediten hoch verschulden, viele junge Leute schreckten vor einem Studium zurück und zögen eine betriebliche Ausbil­dung vor.

„Das bringt neue Probleme mit sich: Die AbiturientInnen verdrängen Jugendliche mit anderen Schulabschlüssen von den Ausbildungsplätzen“, ergänzt Mike Kirsch, Vorsitzender der ver.di-Jugend Saar. Während zwischen 2002 und 2006 die Zahl der AbiturientInnen im Saarland um 900 gestiegen ist, ist die Zahl der Erstsemester fast gleich geblieben, 2007 im Vergleich zum Vorjahr mit 3% sogar bundesweit am stärksten gefallen. Die Arbeitsämter realisieren mehr junge Menschen mit Abitur, die eine betriebliche Ausbildung anstreben. Deshalb sieht Koster sogar den Hochschulpakt gefährdet. Von bundesweit 13.000 zusätzli­chen Studienplätzen konnten erst 2.500 besetzt werden.

„Die Behauptung, die Studiengebühren dürften laut Gesetz nicht zurückgezahlt werden, ent­behrt jeder Grundlage“, führt Koster fort. „Selbst der Justiziar der Universität hat die Möglich­keit zur Rückzahlung eingeräumt. Es ist in keinem Gesetz verboten.” Die Universität sei chronisch unterfinanziert, jedoch könne Linneweber dies der Landesregierung nur schwer klar machen. Studiengebühren müssten heute schon für den üblichen Universitätsbetrieb herhalten.

Die ver.di-Jugend Saar fordert die Landesregierung auf, schleunigst die Studiengebühren abzuschaffen und so den freien Zugang zur Universität wiederherzustellen, insbesondere vor dem Hintergrund des besonders von der Wirtschaft beklagten Fachkräftemangels. Spätes­tens bei den Landtagswahlen würden die Studiengebühren eines der bestimmenden The­men sein, wem die Wahlberechtigten ihre Stimme geben.

V.i.S.d.P.: Bernd Oleynik, Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, Landesbezirk Saar, St. Johanner Straße 49, 66111 Saarbrücken, ( 0681/98849-180, Handy-Nr.: 0170/3365616, E-Mail: bernd.oleynik@verdi.de

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Nobelpreisträger: Mindestlohn keine Gefahr!

August 21, 2008

[…] Es sei in der Praxis kaum belegbar, dass Mindestlöhne die Beschäftigung im Niedriglohnsektor von Ländern wie Deutschland gefährden, sagt Robert Solow, Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT). „Unternehmen können die höheren Kosten oft durch höhere Produktivität ausgleichen.“ Damit stellt er sich gegen eine in Deutschland weit verbreitete Auffassung unter Ökonomen und Wirtschaftsverbänden, das Mindestlöhne automatisch zu höherer Arbeitslosigkeit führen. […] Quelle: ftd, via: Gegenwind

Für Deutschland beziehungsweise die Arbeitgeberverbände und der zuarbeitenden Politik wird sicherlich weiter gelten: “Es kann nicht sein, was nicht sein darf”. – Und jetzt alle, im Chor mit Merkel-Papagei Po-falla: “Mindestlöhne vernichten hunderttausende Arbeitsplätze”. Ein Hoch auf die “selektive” Wahrnehmung…

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Von wegen „nur“ jeder 2. Telekom-Standort wird geschlossen

August 21, 2008

Als wären die Nachrichten vom Wochenende nicht schlimm genug gewesen. Es drang an die Presse durch, dass „fast jeder zweite Standort“ geschlossen werden sollte. Seit wenigen Minuten stehen die Fakten fest:

Nur 24 Standorte bleiben von über 60 Standorten übrig.

Damit zeigt der Telekomvorstand, dass er nicht nur nicht wirtschaften kann, sondern wohl auch nicht rechnen… Damit bleibt nur fast jeder Dritte Standort erhalten. In der Region Südwest bleiben von 11 Standorten noch drei übrig… Insgesamt sind über 7.500 Beschäftigte betroffen. Mehrere Tausend fahren dann ab spätestens 2010 über 150km (einfach) zu ihrem Arbeitsplatz und wieder zurück – oder man ist gezwungen umzuziehn. Andernfalls scheint der Mitarbeiter gezwungen zu kündigen.

Herzlichen Glückwunsch!

Achja es hieß ein Standort wäre erst > 400 Mitarbeiter rentabel – warum schließt man dann Berlin & München? So ein Heuchlerischer Haufen.

Betroffen sind selbstverständlich auch die Auszubildenden – besonders die, die nächste Woche erst anfangen und noch drei Jahre Ausbildung vor sich haben. Dazu gehören insbesondere die Kaufleute für Dialogmarketing (KDM), deren Einsatzort laut Konzept nur in den betroffenen Konzerneinheiten vorsieht. Hier hat auch einer der neuen Auszubildenden am Standort Leer einen Azubiblog eröffnet.

Ich wünsche den Mitarbeitern, Betriebsräten und ver.di viel Erfolg, wenn es jetzt darum geht einzelne Standorte noch zu retten!